Das letzte Badegast-Drehkreuz klickte am vergangenen Sonntag ins Schloss — und hinter ihm stand eine Zahl, die die Betreiber des Welldorado-Freibades in Wels seit Jahrzehnten nicht gesehen hatten. Knapp 100.700 Besuche zählte das Bad zwischen dem 1. Mai und dem Ende der Freibadsaison. Zum 70-jährigen Bestehen der Anlage fiel damit erstmals überhaupt die 100.000er-Marke.
Elf Jahre hatte der alte Bestwert aus dem Jahr 2015 Bestand — rund 91.100 Gäste damals, eine Zahl, die lange unerreichbar schien. Heuer kamen rund 9.600 Badegäste mehr. Wie das gelang und was das für den Herbst- und Winterbetrieb bedeutet, zeigt ein Blick hinter die Kulissen des oberösterreichischen Vorzeigefreibades.
Der Rekord: 100.700 Besuche und ein Jubiläum als perfekter Rahmen
Dass die 100.000er-Marke ausgerechnet im Jahr des 70-jährigen Bestehens fiel, hätte sich die Stadt Wels kaum besser ausdenken können. Ende Juni feierte das Welldorado ein großes Jubiläums-Badfest — und der Sommer lieferte die passende Kulisse dazu. Die Besuchszahl von knapp 100.700 ist nicht nur ein neuer Hausrekord, sondern übertrifft den bisherigen Bestwert um mehr als zehn Prozent.
Die Stadt Wels selbst wählt dafür ein drastisches Wort: Der alte Rekord sei nahezu „pulverisiert“ worden. Dass eine solche Formulierung aus dem Rathaus kommt, unterstreicht, wie außergewöhnlich die Saison tatsächlich war.
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Extrem-Sommer 2026: Warum Hitze und Trockenheit die Becken füllten
Der entscheidende Faktor war das Wetter — und der Kontrast zum Vorjahr macht das besonders deutlich. Im Sommer 2025 zählte das Welldorado bei häufig regnerischen Bedingungen lediglich rund 70.700 Besuche. Heuer dagegen präsentierte sich der Sommer über weite Strecken heiß und trocken, was die Menschen scharenweise ins Freibad trieb.
„Passend zum Jubiläum hat sich heuer das Wetter sehr sommerlich präsentiert und dem Freibad einen neuen Gästerekord beschert“, erklärte Gerhard Kroiß (FPÖ), der für die Welser Freizeitbetriebe zuständige Vizebürgermeister. Der Unterschied zwischen einem verregneten und einem echten Hochsommer schlägt sich in den Besuchszahlen also mit bis zu 30.000 Gästen nieder — eine Größenordnung, die selbst erfahrene Badebetreiber überrascht.
Wie der Vergleich mit 2015 den Rekord einordnet
Der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2015 galt im Welldorado lange als nahezu uneinholbar. Damals herrschten ebenfalls überdurchschnittlich heiße Sommermonate — doch der heurige Sommer 2026 übertraf auch jene Bedingungen offenbar deutlich. Zwischen dem früheren Rekord und der aktuellen Marke liegen elf Jahre und fast 9.600 zusätzliche Eintritte.
Für ein Freibad, das auf eine sieben Jahrzehnte lange Geschichte zurückblickt, ist das keine Selbstverständlichkeit. Solche Ausreißer nach oben hängen fast immer von der Witterung ab — und kaum von Marketingmaßnahmen oder Infrastrukturausbau allein.
Hallenbad und Sauna: Was nach dem Freibad-Ende gilt
Das Freibad selbst ist seit Sonntag geschlossen. Hallenbad und Sauna haben nach den sommerlichen Wartungsarbeiten jedoch wieder geöffnet und empfangen Besucherinnen und Besucher zu unveränderten Preisen. Im Überblick die aktuellen Eintrittspreise:
- Hallenbad Erwachsene: 9,10 Euro
- Hallenbad ermäßigt: 3,80 Euro
- Sauna Erwachsene: 18,90 Euro
- Sauna ermäßigt: 9,50 Euro
Die Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 9 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr. Einen besonderen Termin sollten Saunafans bereits vormerken: Am Samstag, dem 14. November, findet die zweite „Lange Nacht der Sauna“ statt.
Was der Welser Rekord über Österreichs Freibadsaison 2026 aussagt
Das Welldorado-Ergebnis ist kein Einzelfall. Der Sommer 2026 bescherte österreichweit zahlreichen Freibädern überdurchschnittliche Besuchszahlen, weil anhaltende Hitzeperioden und geringe Niederschläge die Nachfrage nach kühlem Wasser massiv ankurbelten. In Oberösterreich, wo Freibäder traditionell stark frequentiert werden, verstärkte sich dieser Effekt besonders spürbar.
Für die Stadtpolitik in Wels ist der Rekord auch ein Argument: Investitionen in kommunale Badeinfrastruktur zahlen sich aus — zumal Sommer wie jener 2026 nach Einschätzung von Klimaforschern künftig eher die Regel als die Ausnahme sein dürften. Ob das Welldorado in kommenden Saisonen an die 100.700-Marke anknüpfen kann, hängt letztlich von einer Größe ab, die kein Betreiber der Welt beeinflussen kann: dem Wetter über Wels im Juli und August.
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