Am Dienstag, dem 22. September 2026, stand ein Satz in den Salzburger Nachrichten, der eine Ära beendet: „Das wird definitiv meine letzte Saison. Ich bin stolz und dankbar, dass ich das mit 45 körperlich fit und sportlich auf höchstem Niveau sagen darf.“ Geschrieben, um zitiert zu werden – gesagt von einem Mann, der den österreichischen Snowboardsport über drei Jahrzehnte geprägt hat.
Andreas Prommegger, dreifacher Weltmeister und ÖSV-Routinier seit 1997, hat sein Karriereende offiziell verkündet. Was folgt, ist keine stille Auflösung, sondern eine letzte volle Saison – mit Heimrennen, einem Comeback-Rivalen und offenen persönlichen Rechnungen.
30 Jahre Debüt bis Abschied: Was Prommeggers Karriere einzigartig macht
Das Debüt von Andreas Prommegger liegt 30 Jahre zurück. 1997 trat er erstmals international an – damals noch weit davon entfernt, dreifacher Weltmeister zu werden. Seitdem hat er Generation um Generation junger Fahrer kommen und gehen sehen. Mit 45 Jahren gehört er zu den seltenen Athleten, die auf absolutem Weltklasseniveau aktiv bleiben, bis sie selbst den Schlussstrich ziehen.
Die Kombination aus Erfahrung, körperlicher Disziplin und Wettkampfmentalität machte ihn zur ÖSV-Ikone. Dass er diesen Abgang aus einer Position der Stärke heraus vollzieht, ist kein Zufall – es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit.
Heim-WM im Montafon: Der letzte große Auftritt im März
Das sportliche Highlight der Abschiedssaison steht bereits im Kalender: die Heimweltmeisterschaft im Montafon im März. Für Prommegger wird es das bedeutendste Rennen seiner letzten Saison – vor österreichischem Publikum, auf vertrautem Terrain. „Ich glaube schon, dass ich wieder um Siege und Stockerlplätze mitfahren werde. Das Snowboarden, hoffe ich, habe ich jedenfalls nicht verlernt“, sagte er gegenüber sn.at.
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Die Saison startet Ende November in China. Von dort bis zum März im Vorarlberger Montafon wird Prommegger jedes Rennen mit dem Wissen bestreiten, dass es eines seiner letzten ist.
Benjamin Karl und die angespannte Kulisse hinter den Kulissen
Prommeggers Abschiedssaison trifft auf ein besonderes Wiedersehen: Benjamin Karl kehrt zurück. Der Olympiasieger hatte ursprünglich einen Wechsel zum Radsport ins Auge gefasst, entschied sich jedoch dagegen – und sorgte in den Wochen davor mit provokanten Äußerungen über Ehe, Karriere und Rollenverteilung für Aufsehen.
Prommegger ließ in der Kronen Zeitung keinen Zweifel an seiner Haltung: „Ich schätze seine Leistungen. Wir haben uns sportlich gegenseitig viel zu verdanken. Aber abseits davon passen seine Werte nicht mit meinen überein.“ Klare Worte, die zeigen, dass die Spannung zwischen den beiden über das Sportliche hinausgeht.
Erste Trainingseinheit in den Niederlanden: Stimmung anfangs angespannt
Trotz der persönlichen Differenzen haben Prommegger und Karl bereits gemeinsam trainiert – in einer Skihalle in den Niederlanden. Die Situation war, wenig überraschend, nicht entspannt. „Die Stimmung war anfangs, wie zu erwarten, angespannt und ist mit der Zeit dann besser geworden“, schilderte Prommegger auf sn.at.
Das sind die Bedingungen, unter denen die Abschiedssaison beginnt: professionelle Koexistenz, kein Friede auf dem Papier. Für Karl ist es das Comeback-Jahr, für Prommegger die Abschiedstour – zwei gegensätzliche Vorzeichen für dieselbe Startnummer.
Was nach November kommt: Prommeggers letzter Weltcup-Winter im Überblick
Die wichtigsten Eckpunkte der Abschiedssaison von Andreas Prommegger:
- Saisonstart: Ende November 2026 in China
- Heimhöhepunkt: Heim-WM im Montafon, März 2027
- Karrierebeginn: 1997, vor exakt 30 Jahren
- Weltmeistertitel: 3 (dreifacher Weltmeister)
- Alter beim Abschied: 45 Jahre
- Letzter Trainingpartner vor Saisonstart: Benjamin Karl, Niederlande
Dass Prommegger ankündigt, „wieder um Siege und Stockerlplätze mitfahren“ zu wollen, ist keine Bescheidenheitsgeste. Es ist die Ansage eines Athleten, der seinen letzten Winter nicht als Ehrenrunde versteht, sondern als vollwertige Wettkampfsaison.
Ob der Abschied im Montafon mit einer Medaille besiegelt wird, entscheidet sich erst im März – bis dahin läuft die Uhr.
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