Stavanger, Dienstagabend. Konrad Laimer hatte den FC Bayern München gerade im Alleingang aus einem 0:2-Rückstand herausgeführt, die Münchner lagen vorne, das Publikum im SR-Bank Arena rechnete mit drei Punkten für den deutschen Rekordmeister. Dann kam die 90. Minute.
Herman Haugen traf für Viking Stavanger zum 3:3-Ausgleich, und was als Paradebeispiel österreichischer Champions-League-Klasse begonnen hatte, endete als Blamage gegen einen krassen Außenseiter aus dem hohen Norden. Wie dieser Abend in zwei völlig gegensätzliche Hälften auseinanderfiel, macht den Fall Laimer so schwer zu greifen.
Stavanger führt 0:2: Wie der norwegische Meister Bayern kalt erwischte
Es lief erst zwei Minuten, als Giani Stensness die Führung für Viking besorgte. Die Bayern wirkten fahrig, fanden keinen Zugriff, und als Peter Christiansen in der 38. Minute auf 2:0 erhöhte, war das Entsetzen im Lager des deutschen Rekordmeisters greifbar. Stavanger, norwegischer Meister, trat als haushoher Außenseiter an — und kontrollierte das Geschehen.
Für Bayern-Verhältnisse war es ein katastrophaler erster Durchgang. Keine Linie, kein Rhythmus, kein Plan gegen eine kompakte Defensivformation, die wenig Respekt vor großen Namen zeigte.
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Laimers Aufholjagd: Der 29-Jährige dreht das Spiel fast im Alleingang
Was in der zweiten Halbzeit folgte, trug die Handschrift eines einzigen Mannes. Konrad Laimer, der 29-jährige ÖFB-Teamspieler, riss das Spiel mit unermüdlichem Pressing an sich. Zunächst holte er in der 60. Minute den entscheidenden Foulelfmeter heraus, den Harry Kane zum 1:2-Anschlusstreffer verwertete.
Kane legte nach — sein Doppelpack in der 71. Minute glich aus. Noch in derselben Minute glänzte Laimer als Vorlagengeber beim 3:2 durch Luis Diaz. Drei Tore in elf Minuten, Bayern vorne, Laimer mittendrin. Der Österreicher schien der Abend zu gehören.
Olise-Ausschluss in der 74. Minute: Warum die Rote Karte alles veränderte
Doch die Partie kippte abrupt. Michael Olise sah in der 74. Minute die Gelb-Rote Karte — Bayern musste die Schlussphase mit einem Mann weniger bestreiten. Stavanger, das zuvor kaum noch Luft bekommen hatte, witterte seine Chance.
Und nutzte sie. Herman Haugen traf in der 90. Minute zum 3:3-Endstand. Die Blamage gegen den norwegischen Meister war damit perfekt, Laimers starke Vorstellung in der zweiten Halbzeit reichte für nichts als einen geteilten Punkt.
Champions League, 13. Oktober 2026: Was die anderen Ergebnisse bedeuten
Während Bayern stolperte, lieferten andere Topklubs deutlich klarere Auftritte. Die Ergebnisse des Abends im Überblick:
- FC Barcelona – Galatasaray 4:1 (Istanbul): Aleksey Batrakov brachte die Türken früh in Führung, doch Joao Cancelo (43.), Firmin Lopez (50.), Anthony Gordon (53.) und Karim Adeyemi (65.) drehten das Spiel souverän.
- Arsenal – Lille 3:0: Nach torlosem ersten Durchgang schlugen die Engländer binnen sieben Minuten dreifach zu — Jurrien Timber (64.), Eberechi Eze (67.) und Bukayo Saka (71.).
- Atlético Madrid – Manchester United 2:0: Pablo Barrios traf bereits in der ersten Minute, Leny Yoro (74.) flog per Notbremse vom Platz, Ademola Lookman (79.) stellte in Überzahl auf 2:0.
- RB Leipzig – PSV Eindhoven 1:0: Brajan Gruda (75.) erzielte das einzige Tor. ÖFB-Star Nicolas Seiwald wurde in der 86. Minute eingewechselt, Paul Wanner fehlte den Niederländern verletzt.
Laimers Bilanz und Bayerns nächste Aufgabe in der Königsklasse
Für Konrad Laimer war dieser Abend eine bittere Lektion: Individualleistung und Mannschaftsergebnis können weit auseinanderklaffen. Der Salzburger hatte alles gegeben — einen Elfmeter herausgeholt, das 3:2 aufgelegt, das Tempo in der zweiten Halbzeit bestimmt.
Am Ende trägt er, wie alle Bayern-Spieler, einen Punkt aus dem hohen Norden heim. Für einen Klub mit dem Anspruch des FC Bayern ist das gegen Viking Stavanger schlicht zu wenig. Wie der deutsche Rekordmeister auf diesen Rückschlag in der Champions League reagiert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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