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Hirscher-Wildcard 2026: Wie vier Starts vor Weihnachten über sein Comeback entscheiden

Hirscher-Wildcard 2026: Wie vier Starts vor Weihnachten über sein Comeback entscheiden

Sölden, 25. Oktober. Wenn Marcel Hirscher an den Start geht, wird die Welt des alpinen Skisports wieder für einen Moment innehalten. Der achtfache Gesamtweltcupsieger aus Salzburg, der mittlerweile für die Niederlande an den Start geht, hat nach einer kompletten Saison Pause ein weiteres Comeback im Ski-Weltcup ins Auge gefasst. Der FIS-Council hat seine Wildcard-Teilnahme beim Herbstmeeting offiziell bestätigt.

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Doch diesmal gelten völlig andere Spielregeln. Die FIS hat die Sonderregelung, die Hirschers Rückkehr erst möglich macht, erheblich verschärft. Wer die neuen Bedingungen kennt, versteht sofort: Scheitert der Salzburger bei seinen ersten Rennen, könnte sein dritter Weltcup-Anlauf noch vor dem Heiligen Abend abrupt enden.

Wildcard-Regelung der FIS: Von 20 Starts auf nur noch 4

Als die FIS die Wildcard-Regelung einführte, war sie auf bis zu 20 Starts pro Saison ausgelegt. Sie erlaubte es ehemaligen Ski-Größen, ohne die nötigen FIS-Punkte unter den besten 30 zu starten. Mit Blick auf Hirschers damals bevorstehende Rückkehr im Herbst 2024 konzipiert, war sie großzügig bemessen.

Beim Herbstmeeting des FIS-Councils 2026 wurde die Regelung grundlegend überarbeitet. Künftig stehen einem Wildcard-Starter pro Disziplin nur noch vier Starts zur Verfügung. Für Hirscher bedeutet das: jeweils vier Wildcard-Starts im Slalom und vier im Riesentorlauf.

Das Prinzip dahinter: Top 30 oder ein Start weniger

Die verschärfte Regelung funktioniert nach einem strikten Mechanismus. Die vier zugeteilten Starts bleiben nur dann erhalten, wenn Hirscher bei jedem Einsatz in den Top 30 landet. Schafft er das nicht, wird ein Start gestrichen. Wie die FIS einen Ausfall im zweiten Durchgang wertet, ließ der Verband bislang offen.

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Im Umkehrschluss ist die Konsequenz klar: Bleibt Hirscher bei mehreren Rennen hintereinander hinter den Top 30, kann er seinen verbleibenden Starts nicht sicher sein. Das Comeback wäre beendet, noch bevor das Weihnachtsgeschäft beginnt.

Hirschers Rennkalender bis Weihnachten: Diese Termine sind entscheidend

Im Riesentorlauf-Weltcup stehen bis Jahresende folgende Rennen auf dem Programm:

  • Sölden: 25. Oktober
  • Copper Mountain: 29. November
  • Beaver Creek: 6. Dezember
  • Val d’Isère: 12. Dezember
  • Alta Badia: 20. Dezember (falls Hirscher die Übersee-Tour auslässt)
  • Kranjska Gora: 2. Jänner (ebenfalls nur bei Verzicht auf Übersee)

Im Slalom stehen die Rennen in Levi am 15. November, in Gurgl am 22. November sowie in Val d’Isère am 13. Dezember und Alta Badia am 21. Dezember auf dem Programm. Hirscher kann einzelne Rennen bewusst auslassen, um sich seine verbliebenen Wildcard-Starts aufzusparen.

Der Vorlauf: Kreuzbandriss 2024, komplette Saison 2025/26 ausgesetzt

Hirschers Rückkehrgeschichte hat schon eine bewegte Vorgeschichte. Der gebürtige Salzburger hatte 2019 seine Karriere beendet, danach die Skimarke Van Deer gegründet und war fünf Jahre später als niederländischer Athlet in den Weltcup zurückgekehrt. Die Saison 2024/25 begann er mit drei Starts: Riesentorlauf in Sölden, Slalom in Levi, Slalom in Gurgl. Sein bestes Ergebnis war ein 23. Platz beim Saisonauftakt in Sölden.

Dann zog er sich im Training einen Kreuzbandriss zu. Der Traum von einem Start bei der Heim-WM in Saalbach 2025 war geplatzt. Die gesamte darauffolgende Saison, einschließlich der Olympischen Spiele in Bormio, ließ Hirscher vollständig aus. Nun, nach monatelangem Hin und Her mit dem Verband, steht sein dritter Anlauf fest.

Kritik und Kontext: Warum die FIS-Sonderregel nicht unumstritten ist

Die Wildcard-Regelung war von Beginn an mit dem Namen Hirscher verknüpft und löste intern Widerstand aus. Aus dem Umfeld führender Skination-Verbände kam zuletzt deutliche Kritik an der Sonderbehandlung, wie österreichische Sportmedien berichteten. Die nun beschlossene Verschärfung kann auch als Reaktion auf diesen Druck gelesen werden.

Die FIS hat mit dem neuen Regelwerk einen Mittelweg gewählt: Hirscher darf antreten, muss aber auf Anhieb liefern. Ein komfortables Ausprobieren über eine halbe Saison ist nicht mehr möglich. Laut dem beim FIS-Council-Herbstmeeting beschlossenen Regeltext gilt die Leistungsklausel für alle Wildcard-Starter, nicht exklusiv für Hirscher.

Wie sein Comeback vor Weihnachten enden könnte

Das Szenario ist konkret: Sollte Hirscher etwa in Sölden und Copper Mountain jeweils außerhalb der Top 30 landen, verliert er pro Rennen einen Start. Bei vier verfügbaren Riesentorlauf-Wildcards würde ein Muster aus Rückschlägen die verbleibenden Starts rasch aufzehren. Der Riesentorlauf in Val d’Isère am 12. Dezember könnte theoretisch der letzte sein.

Ob Hirscher die Übersee-Rennen überhaupt in Angriff nimmt oder die europäischen Rennen bevorzugt, um sich seine Starts einzuteilen, ist noch offen. Zuletzt war bekannt geworden, dass der 37-Jährige für die Vorbereitung auf Sölden in Argentinien trainiert hatte.

Ob die neuen FIS-Regeln ihn noch vor dem Jahreswechsel aus dem Weltcup drängen oder ob Hirscher erneut beweist, dass sein Rückkehrwille mehr ist als Nostalgie, wird sich spätestens ab dem 25. Oktober in Sölden zeigen.

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