Am 10. September 2026 öffneten Slipknot-Fans weltweit ihre Musikplattformen und trauten ihren Augen kaum: Ohne jede Vorankündigung, ohne Teaser, ohne Countdown — plötzlich war da ein neuer Song. „Arsenal“ heißt er, und er landete mitten in den Feeds der sogenannten Maggots, wie sich die treue Anhängerschaft der Band selbst nennt, wie ein Schlag in den Magen.
Der Überraschungsrelease markiert gleich in mehrfacher Hinsicht einen Einschnitt in der Bandgeschichte: neues Label, neuer Drummer, veränderter Sound — und trotzdem unverkennbar Slipknot. Was steckt hinter diesem Track, und was bedeutet er für die Zukunft der Band?
„Arsenal“: Der erste Song auf dem eigenen Label sic(est) Records
„Arsenal“ ist nicht nur eine neue Single — es ist das erste Release auf dem bandeigenen Label sic(est) Records. Dieser Schritt ist bedeutsam. Slipknot trennen sich damit von der Abhängigkeit großer Plattenkonzerne und übernehmen die vollständige Kontrolle über ihr musikalisches Schaffen.
Musikalisch bewegt sich der Track auf vertrautem Terrain: wuchtige Riffs, dichte Schichten aus Lärm und Melodie. Gleichzeitig gibt es einen sperrigen, experimentellen Ansatz, der die Band klar von ihrem bisherigen Werk abgrenzt. Es ist kein Rückblick — es ist ein Schritt nach vorn.
Corey Taylor: „Es haut voll rein“
Im Interview mit der BBC Radio 1-Sendung New Music Show With Jack Saunders ließ Frontmann Corey Taylor an seiner Begeisterung keinen Zweifel. „Es haut voll rein. Es ist ein absolut wuchtiges Erlebnis“, sagte Taylor. „Was mir daran besonders gefällt, ist, dass es gewissermaßen alles auf den Punkt bringt, was wir tun.“
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Taylor weiter: „Es gibt diese großartigen Momente voller Hyperaktivität. Und am Ende kommt dieser grandiose Drop, der den Song erst richtig ausmacht. Es ist, als hätten wir uns alle an den Haaren gepackt und würden einfach nur schreien: ‚Los! Los!‘ Das bringt für mich Slipknot perfekt auf den Punkt.“ Die Premiere des Songs fand als „Hottest Record“ in eben jener BBC-Radio-1-Sendung statt — ein Ritterschlag im britischen Radiogeschäft.
Eloy Casagrande ersetzt Jay Weinberg am Schlagzeug
Besonders ins Auge fällt der neue Drummer: Eloy Casagrande hat den Platz von Jay Weinberg hinter dem Schlagzeug übernommen. Casagrandes Präsenz auf „Arsenal“ ist bereits deutlich spürbar — sein Stil bringt eine zusätzliche Dynamik in den ohnehin schon explosiven Sound der Band.
Nicht mehr dabei sind hingegen zwei weitere langjährige Mitglieder: Sid Wilson und Craig Jones haben die Band verlassen. Slipknot befinden sich damit in einem echten Umbruch — personell wie künstlerisch.
Jim Root über Genre-Schubladen: „Wir sind einfach Slipknot“
Gitarrist Jim Root hatte bereits im Juli im Podcast Ride Bynd über die Arbeit an neuen Songs gesprochen — gemeinsam mit Produzent Matt Wallace. Dabei räumte er mit einem hartnäckigen Missverständnis auf: Slipknot seien kein Nu-Metal-Band, auch wenn sie oft so eingeordnet werden.
„Ich weiß gar nicht, ob wir jemals Nu Metal waren“, sagte Root. „Ich glaube, wir sind einfach zu einer Zeit aufgetaucht, als Nu Metal gerade angesagt war — und deshalb wurden wir in diese Schublade gesteckt.“ Und dann, knapp und unmissverständlich: „Für mich sind wir einfach Slipknot. Ich glaube nicht, dass es eine Schublade gibt, in die man uns stecken kann.“ Die neuen Songs, so Root, klängen vertraut und trotzdem neu — eigenständig eben.
Jackson White im Musikvideo: Hollywood trifft Heavy Metal
Auch das Musikvideo zu „Arsenal“ sorgt für Aufsehen. Wie das Fachmagazin Metal Hammer berichtet, spielt Schauspieler Jackson White darin eine zentrale Rolle. White ist vor allem durch seine Auftritte in US-amerikanischen Serien bekannt — seine Besetzung in einem Slipknot-Video ist eine unerwartete, aber durchaus reizvolle Kombination.
Das Video unterstreicht den Anspruch der Band, „Arsenal“ nicht nur als Musikstück, sondern als visuelles Statement zu verstehen. Ob weitere Videoveröffentlichungen folgen, ist derzeit nicht bekannt.
Was „Arsenal“ über Slipknots nächsten Schritt verrät
Ein neues Label, ein neuer Drummer, zwei abwesende Gründungsmitglieder — und trotzdem ein Song, der unmittelbar nach dem ersten Ton wie Slipknot klingt. Das ist entweder ein Zeichen von Stärke oder von Sturheit. Wahrscheinlich beides.
Ob „Arsenal“ der Vorbote eines neuen Albums ist, haben die Band und ihr Label sic(est) Records bisher nicht bestätigt. Corey Taylor, Jim Root und die verbliebenen Mitglieder haben sich zu konkreten Plänen noch nicht geäußert — was die Gerüchteküche unter den Maggots natürlich umso mehr anheizt.
Wie die Band mit der neuen Besetzung auf der Bühne klingt, wird sich spätestens bei den nächsten Liveauftritten zeigen — Termine, die Slipknot noch nicht angekündigt haben.
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