Hurghada Flug-Chaos: Wie 32 Stunden Verspätung in Schwechat zur Sammelklage führen

Kurz vor 20.30 Uhr am Montag, dem 18. August 2026, rollte die Maschine auf dem Rollfeld des Flughafens Wien-Schwechat aus. Für die Passagiere an Bord war es kein gewöhnliches Ende eines Ägyptenurlaubs — es war das Ende einer mehr als 32-stündigen Odyssee, die am Flughafen Hurghada begonnen hatte und von Verschiebung zu Verschiebung immer absurder geworden war. Eigentlich hätten die österreichischen Urlauber bereits am Sonntagvormittag zu Hause sein sollen.

Was zwischen diesen beiden Momenten liegt, beschreiben die Betroffenen als eine Abfolge aus Falschinformationen, stundenlangem Warten ohne Trinkwasser und einer Fluglinie, die sich bis zuletzt nicht bei ihren Passagieren entschuldigt hat. Nun bereiten mehrere der Betroffenen eine Sammelklage vor — und die Frage, wer letztlich die Kosten trägt, ist noch längst nicht beantwortet.

32 Stunden Verspätung: Was am Flughafen Hurghada wirklich passierte

Die Reisenden warteten am Sonntag vergeblich auf ihren Abflug. Der Flug wurde mehrfach verschoben und schließlich vollständig gestrichen. Statt am Sonntagvormittag in Wien zu landen, verbrachten die Österreicher eine zusätzliche Nacht in Hurghada — Hotel, Transfer und Verpflegung mussten sie nach eigenen Angaben zumindest teilweise selbst organisieren und aus der eigenen Tasche bezahlen.

Am Montag begann das Warten von vorn. Stundenlang saßen die Betroffenen am Flughafen Hurghada fest. Laut Schilderungen der Urlauber gab es zeitweise nicht einmal Zugang zu Trinkwasser. Erst für den Nachmittag wurde schließlich ein neuer Starttermin angekündigt — 16 Uhr — doch auch dieser wurde nicht eingehalten.

„Reparatur am Rollfeld”: Der letzte Moment vor dem Abflug

Einer der betroffenen Österreicher schilderte gegenüber Heute die Szene kurz vor dem Abflug in ungewöhnlich konkreten Worten. „Beim Boarding mussten wir eine Zeit warten. Dann sind wir auch im Bus am Rollfeld zwanzig Minuten vor dem Flugzeug gestanden und mussten zusehen, wie etwas am Flugzeug repariert wurde”, sagte der Urlauber. Die Maschine hob schließlich erst kurz nach 17 Uhr ab — mit insgesamt mehr als 32 Stunden Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Plan.

Die Erleichterung bei der Landung in Schwechat war entsprechend groß. „Wir waren froh, endlich wieder zuhause zu sein”, sagte der Betroffene. Doch der Frust über den Ablauf sitzt tief.

Keine Entschuldigung: Der Umgang der Fluglinie mit den Passagieren

Besonders aufgebracht sind die Urlauber über die Art, wie die Fluggesellschaft mit der Situation umgegangen ist. Eine förmliche Entschuldigung habe es laut Aussage des betroffenen Österreichers zu keinem Zeitpunkt gegeben. „Uns ist bewusst, dass das Team zwar nichts dafür kann. Aber bis auf etwas Wasser gab es weder eine Entschuldigung noch sonstige Entschädigungen”, so der Fluggast.

Für Passagiere, die auf EU-Flügen oder Flügen von EU-Flughäfen mit mehr als 3 Stunden Verspätung landen, gelten nach der EU-Fluggastrechteverordnung EG 261/2004 grundsätzlich Ausgleichsansprüche. Bei einer Streckenlänge über 3.500 Kilometer beträgt der mögliche Anspruch bis zu 600 Euro pro Person. Ob diese Regelung im vorliegenden Fall greift, hängt unter anderem vom genauen Grund der Verspätung ab.

Sammelklage geplant: Was die Betroffenen jetzt unternehmen

Abgeschlossen ist die Sache für die Urlauber nicht. Laut Angaben des betroffenen Österreichers bereiten mehrere der gestrandeten Passagiere derzeit eine Sammelklage gegen die verantwortliche Fluglinie vor. Die genauen Erfolgsaussichten hängen von den noch zu klärenden Ursachen der Flugstreichung ab — etwa davon, ob außergewöhnliche Umstände vorlagen, die die Airline von der Entschädigungspflicht befreien würden.

  • Ursprünglicher Abflug: Sonntag, 17. August 2026, Sonntagvormittag
  • Tatsächliche Landung in Wien-Schwechat: Montag, 18. August 2026, kurz vor 20.30 Uhr
  • Gesamtverspätung: mindestens 32 Stunden
  • Abflugort: Flughafen Hurghada, Ägypten
  • Betroffene: mindestens 3 österreichische Urlauber aus diesem Bericht, weitere Reisende

Ob und zu welchem Ergebnis die Klage führen wird, ist derzeit offen. Die Fluglinie hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.

Gleichzeitig gestrandet: Auch der Weg nach Ägypten verlief nicht reibungslos

Während die Rückreisenden in Hurghada festsaßen, gab es auch am Flughafen Wien-Schwechat erhebliche Probleme. Familienvater Daniel Wornik wollte gemeinsam mit seiner schwangeren Frau und der vierjährigen Tochter am Sonntag von Wien nach Ägypten fliegen. Sein Flug mit AlMasria Universal Airlines wurde laut Wornik ebenfalls mehrfach verschoben. Rund 30 Reisende, darunter mehrere Familien mit kleinen Kindern, waren davon betroffen.

Das Chaos betraf damit beide Richtungen der Route zwischen Wien und Hurghada nahezu gleichzeitig — ein Umstand, der Fragen über die Zuverlässigkeit der betroffenen Verbindungen in der Hochsaison aufwirft.

Was jetzt offen bleibt und was Betroffene wissen sollten

Ob die Sammelklage der Hurghada-Rückkehrer vor einem österreichischen Gericht landet oder außergerichtlich beigelegt wird, bleibt abzuwarten. Fluggäste, die in vergleichbaren Situationen Ansprüche geltend machen wollen, können sich in Österreich an die Schlichtungsstelle der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) wenden, die kostenlos vermittelt und deren Zuständigkeit für Flugverspätungen gesetzlich geregelt ist.

Wie rasch die betroffene Fluglinie auf die angekündigte Klage reagiert und ob sie den Passagieren von sich aus entgegenkommt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

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