Donauturm Public Viewing: Wie Wien Österreichs WM-Aus gegen Spanien erlebte

Minute 89. Der Ball landet bei Mikel Oyarzabal, der ihn eiskalt im Netz versenkt. Am Wiener Donauturm bricht die Stimmung ein — eben noch hatten Tausende ÖFB-Fans beim Public Viewing mitgezittert, gejubelt, gehofft. Jetzt ist der WM-Traum vorbei: 3:0 gegen den amtierenden Europameister Spanien, Sechzehntelfinale, Endstation.

Dabei hatte die Partie mit echtem Elan begonnen. Ralf Rangnicks Team lieferte in den ersten Minuten Gegenwehr, die Zuschauer am Donauturm gerieten in Ekstase. Doch mit Fortdauer der ersten Halbzeit wurde immer klarer, was viele im Herzen nicht wahr haben wollten: Den Europameister aus dem Turnier zu werfen, ist ein ganz anderes Kaliber als der Last-Minute-Erfolg gegen Algerien in der Gruppenphase.

Wie Österreich überhaupt gegen Spanien landete

Den Grundstein für dieses Duell legte Sasa Kalajdzic mit seinem Last-Minute-Tor im letzten Gruppenspiel gegen Algerien. Der Treffer in der Schlussminute bedeutete den Aufstieg — und gleichzeitig das Los gegen Spanien im Sechzehntelfinale. Das ganze Land glaubte an die Möglichkeit eines WM-Wunders, wie es bei einer Weltmeisterschaft nur selten geschieht. Am Donauturm war diese Energie spürbar, schon vor dem Anpfiff herrschte eine Stimmung, die die Fans kaum mehr erwarten ließ.

Minute 36: Spanien trifft, Wien hält die Luft an

Zuvor hatten die Schiedsrichter den Iberern ein Tor aberkannt — kurze Erleichterung, lautes Aufatmen. Doch in der 36. Spielminute war es soweit: Spanien traf zum 1:0. Die Gesichter beim Public Viewing am Donauturm veränderten sich schlagartig, die Hoffnung wich spürbarer Anspannung. Das ÖFB-Team spielte sich phasenweise bis in den gegnerischen Strafraum vor, für einen eigenen Treffer reichte es jedoch nie.

Pedro Porro und der Todesstoß in Minute 89

In der 66. Minute verwertete Pedro Porro einen Kopfball aus wenigen Metern — 2:0. Die Hoffnung war damit mathematisch noch vorhanden, emotional aber kaum noch zu greifen. Was folgte, war ein österreichisches Aufbäumen ohne Ergebnis. Und dann, in Minute 89, versetzte Mikel Oyarzabal dem ÖFB-Team den Todesstoß zum 3:0-Endstand. Keine Verlängerung, kein Elfmeterschießen, kein Wunder mehr.

Die Tore im Überblick:

  • Minute 36: Spanien trifft zum 1:0 (vorheriges Tor aberkannt)
  • Minute 66: Pedro Porro per Kopfball — 2:0
  • Minute 89: Mikel Oyarzabal — 3:0, Schlusspfiff und WM-Aus für Österreich

Wie Wien bis zum Abpfiff hielt — und warum der Abend trotzdem zählt

Was am Donauturm beeindruckte, war nicht das Ergebnis, sondern die Haltung der Fans. Bis zur letzten Minute feuerten sie das Nationalteam an, auch als das 3:0 längst gefallen war. Fotografien von Helmut Graf, der den Abend am Donauturm dokumentierte, zeigen ein Publikum, das Enttäuschung und Stolz gleichzeitig trug. Die ÖFB-Fans wussten: Ihr Team konnte nicht gewinnen, aber es hatte sich nicht versteckt.

Der Auftritt des ÖFB-Teams bei dieser Weltmeisterschaft — vom Last-Minute-Einzug ins Sechzehntelfinale bis zum Duell gegen den Europameister — war mehr, als viele vor dem Turnier erwartet hatten. Das spürten die Menschen am Wiener Donauturm, auch noch in den Minuten nach dem Abpfiff.

Was dieser WM-Abgang für das ÖFB-Team bedeutet

Österreich scheidet aus der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus, steht dabei aber nicht als Verlierer da. Das Erreichen des Sechzehntelfinales gegen einen amtierenden Europameister — und die Art, wie das Team unter Ralf Rangnick aufgetreten ist — gibt dem österreichischen Fußball eine Grundlage, auf der sich arbeiten lässt. Ob und wie der ÖFB diese Dynamik in die kommenden Qualifikationskampagnen trägt, wird die nächste große Frage sein.

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