NOW. Album “A Little Love”: Wie 6 Innsbrucker Zuschauer zur Wien-Loft-Tour führten

Ein Konzert in Innsbruck, sechs zahlende Gäste vor der Bühne — und auf der Bühne standen mehr Menschen als im Publikum. Wer heute mit Valentin Bröderbauer und Constantin Kaiser von NOW. spricht, merkt schnell: Diese Geschichte erzählen die beiden nicht mit Bitterkeit, sondern mit einem breiten Grinsen. Damals hat es wehgetan. Heute ist es fast schon Bandmythos.

Am 28. August 2026 erscheint das zweite Album der österreichischen Gruppe, “A Little Love” — und mit ihm stellt sich für NOW. eine Frage, die jeden Musiker beschäftigt, der wirklich etwas von sich in seine Songs hineinsteckt: Was passiert, wenn das Publikum einfach nicht reagiert?

NOW. und das zweite Album: Sechs Jahre, ein Pandemie-Projekt, jetzt ein echter Release

Vor sechs Jahren, mitten in der Corona-Pandemie, fanden Valentin Bröderbauer, Constantin Kaiser und Chris Sztrakatidas zueinander. Was als gemeinsames Musikprojekt begann, ist längst mehr als eine Freizeitbeschäftigung. NOW. ist inzwischen ein ernstes Vorhaben — mit Tourdaten, Radioplay und einem Album, das fertig ist und auf seine Veröffentlichung wartet.

Manche Songs tragen die drei bereits seit einem Jahr mit sich. “Dass man die herzeigen kann, ist schon aufregend”, sagt Sänger Valentin im Heute-Talk. Das klingt nach Erleichterung — und ein bisschen auch nach Nervosität.

Herzblut in jedem Song: Warum ein ausbleibendes Echo richtig wehtun kann

In den Liedern von NOW. steckt, wie Valentin selbst sagt, “extrem viel Persönlichkeit”. Das ist keine Floskel. Es bedeutet auch: Wenn ein Song, dem man monatelang alles gegeben hat, beim Publikum spurlos vorbeigeht, hinterlässt das Spuren. “Da habe ich ein paar Mal einen Dämpfer erlebt”, erzählt Valentin offen.

Genau dieses Risiko ist es, das Musik von reiner Handwerksarbeit unterscheidet. Je mehr von einem selbst in einem Track steckt, desto größer der mögliche Einschlag — in beide Richtungen.

Radiomoment seit April: Der erste “Yes-Moment” für Constantin Kaiser

Seit April 2026 läuft die Musik von NOW. im österreichischen Radio. Für Bassist Constantin Kaiser war das ein Ziel, das die Band von Anfang an verfolgt hatte. “Ein großes Ziel von uns war, dass unsere Nummern im Radio gehört werden”, sagt er. Als es dann tatsächlich passierte, war es für ihn ein echter “Yes-Moment” — sein Wort dafür, wenn sich Arbeit und Hoffnung endlich treffen.

Solche Momente sind es, die das Gleichgewicht halten. Auf der einen Seite das Innsbrucker Konzert mit sechs Gästen, auf der anderen Seite der erste Radioeinsatz. “Das Schöne ist, es geht in beide Richtungen”, sagt Constantin. “Wir machen es nicht nur deswegen, wir machen es, weil wir einen Spaß daran haben.”

Österreich-Tour und das Wiener Loft: Die Stationen im Herbst 2026

Mit “A Little Love” im Gepäck gehen NOW. auf Österreich-Tour. Die Stationen umfassen unter anderem:

  • St. Pölten
  • Linz
  • Graz
  • Innsbruck — jene Stadt, in der einst sechs Zuschauer die Band ausmachten
  • Klagenfurt
  • Wien, Loft — am 17. Oktober 2026

Das Wiener Loft ist dabei kein beliebiger Spielort. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die vor sechs Jahren in einer Pandemie begann. “Zu sehen, dass das Wirkung hat, was man selber in dem Moment gespürt hat, ist schon eine riesige Bereicherung”, so Valentin.

Glastonbury und Arena Wien: Die großen Träume hinter dem bescheidenen Auftreten

In fünf Jahren die Arena Wien ausverkaufen — das ist Valentins erklärtes Ziel. Wobei er selbst lachend relativiert: “Sagen wir indoor, bleiben wir bescheiden.” Noch weiter greift sein persönlicher Traum: einmal beim Glastonbury Festival in England auf der Bühne stehen.

Das klingt groß. Aber die Geschichte von NOW. zeigt, dass diese Band die Rückschläge kennt, die nötig sind, um solche Ambitionen ernst zu nehmen — und nicht nur zu behaupten.

Ob das zweite Album den Sprung vom Radioeinsatz zur ausverkauften Halle schafft, wird sich ab dem 28. August zeigen — zuerst in den Streams, dann auf den Bühnen.

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