Es war ein ganz gewöhnliches Erbstück, das Leonie Bartsch in die Händlerräume von “Bares für Rares” mitbrachte: eine alte Kamee mit Schutzengel-Motiv, einst der Großmutter gehört, die in diesem Jahr verstorben war. Mehr als 200 Euro erhoffte sich Leonie nicht dafür. Was dann passierte, hätte selbst im Drehbuch eines Kriminalfilms gewirkt.
Leonie Bartsch und Linn Schütze betreiben gemeinsam den True-Crime-Podcast “Mord auf Ex” — ein Format, das sich wöchentlich mit echten Verbrechen und spektakulären Kriminalfällen befasst. Dass ausgerechnet ihr Familienerbstück bei der ZDF-Trödelshow für einen makabren Fund sorgen würde, damit hatte an diesem Abend niemand gerechnet.
Der Fund: Expertin Wendela Horz entdeckt Blut auf der Kamee
Als Expertin Wendela Horz das Schmuckstück unter die Lupe nahm, stockte ihr kurz der Atem. Auf der Rückseite der Brosche klebte getrocknetes Blut. “Was ist hier passiert?”, fragte sie sichtlich überrascht in die Runde. Leonie selbst konnte es zunächst kaum fassen und reagierte mit einem schlichten: “Ach krass.”
Moderator Horst Lichter, 64, erkannte die kuriose Verbindung zum Podcast der beiden Gästinnen sofort. “‚Mord auf Ex’, jetzt geht es los”, scherzte er. Linn Schütze legte noch einen drauf: “Jetzt haben wir doch ein Verbrechen mitgebracht”, sagte sie lachend, wie ZDF-Aufnahmen vom 18. August 2026 zeigen.
Was steckt hinter dem Blut — und was die Expertin wirklich vermutet
Ein jahrzehntealtes Verbrechen verbirgt sich hinter dem Fund wohl kaum. Horz hat eine weitaus nüchternere Erklärung: Eine frühere Besitzerin dürfte sich schlicht an der Nadel gestochen haben, mit der die Kamee als Brosche befestigt wurde. Solche Nadelstiche sind bei alten Schmuckbroschen keine Seltenheit — das Blut trocknet ein und bleibt über Jahrzehnte erhalten.
Dramatisch ist das Ganze dennoch — zumindest für zwei True-Crime-Profis, die nun ungewollt selbst zum Mittelpunkt einer kleinen Schauder-Episode wurden.
Aus 200 werden 1.800 Euro: Der Wert der Kamee überrascht alle
Wendela Horz datierte das Stück auf die 1880er-Jahre und ordnete es als italienischen Schmuck ein. Ihr Schätzwert: 600 bis 800 Euro. Für Leonie, die ursprünglich mit 200 Euro bereits zufrieden gewesen wäre, war das bereits eine Überraschung der ersten Stunde.
Im Händlerraum legte die Geschichte noch einmal nach. Was auf dem Weg zur Schätzung schon außergewöhnlich war, entwickelte sich zu einem der stimmigsten Momente des Abends:
- Leonies ursprüngliche Preisvorstellung: 200 Euro
- Expertenschätzung Wendela Horz: 600 bis 800 Euro
- Erstes Angebot von Kunsthändler David Suppes: 1.700 Euro
- Freiwilliger Aufschlag von Suppes nach dem Verwendungszweck: 100 Euro
- Endpreis: 1.800 Euro
Warum Kunsthändler Suppes freiwillig 100 Euro drauflegt
Kunsthändler David Suppes bot zunächst 1.700 Euro für die Kamee. Als er erfuhr, dass Leonie und Linn den Erlös für den Schutz von Frauen spenden wollen, legte er ohne Zögern noch einmal 100 Euro drauf — aus eigenem Antrieb, ohne Verhandlung.
Am Ende verließen die beiden Podcasterinnen “Bares für Rares” mit 1.800 Euro — dem Neunfachen ihrer ursprünglichen Hoffnung — und mit der wohl makabersten Rarität des Abends in der Erinnerung.
Was der Abend über “Bares für Rares” und seinen Reiz verrät
Solche Momente sind es, die die ZDF-Sendung seit Jahren im deutschen Fernsehen verankern: ein Erbstück, eine unerwartete Geschichte, ein unerwarteter Wert. Dass diesmal ausgerechnet zwei Frauen vor der Kamera saßen, die beruflich täglich mit echten Kriminalfällen zu tun haben, gab der Episode eine Schicht, die kein Redakteur hätte besser planen können.
Ob das blutige Familienerbstück nun tatsächlich eine Episode des Podcasts “Mord auf Ex” inspirieren wird, blieb nach der Aufzeichnung offen.



