Am Sonntag, dem 17. August 2026, führte Hansi Flick den FC Barcelona zu einem 5:2-Testspielsieg gegen den FC Basel. Für den 61-jährigen Deutschen war es kein gewöhnliches Aufeinandertreffen — es war eine Begegnung mit einer Vergangenheit, die hätte seine ganze Karriere umschreiben können.
Denn was bislang kaum jemand wusste: Basel wollte Flick einst als Cheftrainer verpflichten. Ausgerechnet als Nachfolger von Marcel Koller, dem früheren ÖFB-Teamchef. Wie nah dieser Deal tatsächlich war, hat jetzt erstmals jemand öffentlich bestätigt.
Degens Geständnis: Basel hatte Flick ganz oben auf der Liste
FC Basel-Präsident Patrick Degen ließ die Katze gegenüber dem Schweizer Sender “Blue” aus dem Sack. „Ich hätte ihn damals zum FCB geholt, wenn er nicht Bayern-Trainer geworden wäre. Das ist ein Geheimnis, das kann ich jetzt verraten”, sagte Degen. Klarer kann eine Aussage kaum sein.
Zum fraglichen Zeitpunkt saß Marcel Koller auf der Basler Trainerbank — jener Schweizer, der von August 2018 bis August 2020 den Klub betreute und österreichischen Fußballfans als jahrelanger ÖFB-Teamchef bestens bekannt ist. Flick wäre demnach Kollers Nachfolger geworden, hätte die Entwicklung in München einen anderen Lauf genommen.
Bayern statt Basel: Wie Niko Kovacs Entlassung 2019 alles veränderte
Flick war im Sommer 2019 als Co-Trainer zum FC Bayern München zurückgekehrt — zunächst ohne Ambitionen auf den Chefposten. Dann trennten sich die Münchner im November 2019 von Niko Kovac, und Flick übernahm überraschend interimistisch die Mannschaft. Was als Notlösung gedacht war, wurde zur Erfolgsgeschichte der Dekade.
Die Zahlen sprechen für sich: Flick gewann in seiner ersten vollständigen Saison mit den Bayern das Triple — Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League. Insgesamt holte er in nur 18 Pflichtspielen ohne Niederlage sechs Titel in München. Basel blieb ein nie realisierter Umweg.
Salzburg, Wien, München: Flicks österreichische Verbindungen
Die Verbindung zwischen Flick und Österreich ist älter als viele denken. Bereits 2006 arbeitete er beim FC Red Bull Salzburg als Co-Trainer — unter dem damaligen Chefcoach Giovanni Trapattoni. Dieses Engagement legte einen frühen Grundstein für seine spätere Entwicklung als taktischer Kopf auf höchster Ebene.
Die Basler Episode wäre also nicht die erste österreichisch-schweizerische Station in seiner Laufbahn gewesen, sondern die zweite. Dass es dazu nie kam, verdankt sich letztlich einem einzigen, folgenschweren Telefonanruf aus München im Herbst 2019.
Barca-Coach statt Koller-Erbe: Wo Flick heute steht
Nach dem Ende seiner Bayern-Ära übernahm Flick das Amt des deutschen Bundestrainers — ein Engagement, das nach der enttäuschenden Heim-EM 2024 endete. Seit dem Sommer 2024 steht er beim FC Barcelona an der Seitenlinie. Dort hat er das Team bereits neu ausgerichtet und führt die Katalanen in der Saison 2026/27 mit spürbarem Selbstvertrauen in den Wettbewerb.
Das Testspiel gegen Basel am 17. August 2026 endete mit einem klaren 5:2 für Barcelonas Mannschaft — ein Ergebnis, das kaum besser hätte symbolisch aufgeladen sein können. Der Mann, der nie Basels Trainer wurde, besiegte den Klub mit dem Team, das er heute führt.
Was der Fast-Wechsel über Flicks Karriereweg verrät
Die Geschichte um Basel und Flick zeigt, wie sehr Spitzenkarrieren von einzelnen Momenten abhängen. Hätte Kovac im Herbst 2019 seinen Job behalten, hätte Flick womöglich beim FC Basel angeheuert — einem ambitionierten Schweizer Traditionsklub, aber einer ganz anderen Bühne als der Champions League. Aus dem möglichen Koller-Nachfolger wurde stattdessen einer der erfolgreichsten Trainer der europäischen Fußballgeschichte.
Für den österreichischen Fußball bleibt die Anekdote eine Randbemerkung mit hohem Unterhaltungswert: Hätte Flick 2019 die Schweizer Erstliga übernommen, wäre der rote Faden, der ihn über Salzburg, München und Berlin bis nach Barcelona führte, an einem ganz unerwarteten Punkt gerissen.
Ob Patrick Degen bei künftigen Trainersuchen ähnlich prominente Namen auf seiner Liste hat, ließ der Basel-Präsident offen.



