Kumberg-Tragödie: Wie ein 37-jähriger Vater am 18. August seine 8-jährige Tochter tötete

Montagabend, kurz vor Mitternacht. In einem Wohnhaus im Zentrum von Kumberg, einem kleinen Ort in der Steiermark, geht um 22.45 Uhr ein Notruf bei der Polizei ein. Ein 37-jähriger Mann soll seine achtjährige Tochter attackiert haben. Mehrere Streifen rücken aus — was die Beamten bei ihrer Ankunft vorfinden, erschüttert eine ganze Gemeinde.

Noch Tage zuvor hatte die Familie gemeinsam mit Nachbarn auf einem Dorffest getanzt und gefeiert. Jetzt liegt das Kind im Sterben, der Vater sitzt in Haft, und Kumberg fragt sich: Wie konnte das passieren?

Notruf um 22.45 Uhr: Was sich in dem Wohnhaus ereignete

Die alarmierten Polizeistreifen trafen den 37-jährigen Familienvater im Badezimmer des Hauses an. Er wies mehrere Schnittverletzungen auf. Nach Einschätzung der Landespolizeidirektion Steiermark dürfte er versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen.

Seiner Tochter soll der Mann zuvor mehrere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt haben — laut Polizeiangaben mehrmals in den Hals. Als mutmaßliche Tatwaffe wurde ein Küchenmesser sichergestellt.

Achtjährige stirbt im LKH-Universitätsklinikum Graz

Das schwer verletzte Mädchen wurde mit dem Notarztwagen in das LKH-Universitätsklinikum Graz gebracht. Dort erlag die Achtjährige wenig später ihren Verletzungen. Der 37-Jährige wurde nach medizinischer Versorgung — seine Verletzungen galten nicht als lebensbedrohlich — in das Polizeianhaltezentrum eingeliefert.

Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete unmittelbar nach dem Tod des Kindes eine Obduktion an. Die Ermittlungen zu den genauen Tatumständen und einem möglichen Motiv hat das Landeskriminalamt Steiermark übernommen.

Mutter und Geschwister waren zur Tatzeit im Haus

Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat befanden sich die Mutter des Mädchens und weitere Familienmitglieder im selben Gebäude. Sie blieben körperlich unverletzt. Laut Polizei werden sie seither psychologisch betreut.

Was die Angehörigen in jener Nacht genau mitbekommen haben, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Sowohl der Vater als auch die Mutter sind österreichische Staatsbürger; zuvor waren beide polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

Zwei Zwillingsfamilien, fünf Kinder — und ein Ort in Schockstarre

Das Wohnhaus im Ortszentrum von Kumberg gehört zwei Zwillingsbrüdern, die es vor einigen Jahren gemeinsam gekauft haben. Beide Familien lebten dort zusammen, insgesamt fünf Kinder wuchsen unter einem Dach auf. Die Brüder sollen mit ihren Partnerinnen vor rund zehn Jahren in die Gemeinde gezogen sein.

In Kumberg kannte man die Familie. Durch ihre Tracht und weil Eltern und Kinder häufig barfuß unterwegs waren, fiel die Familie auf — aber nicht negativ. Im Gegenteil: Sie nahm aktiv am Dorfleben teil.

  • Die Familie war im Ort gut bekannt und nie polizeilich aufgefallen
  • Noch kurz vor der Tat feierte der 37-Jährige seinen Geburtstag
  • Bei einem Ortsfest wurde gemeinsam mit Nachbarn getanzt und gefeiert
  • Zum Tatzeitpunkt befanden sich Mutter und weitere Angehörige im Haus
  • Fünf Kinder lebten insgesamt in dem Wohngebäude

Vizebürgermeisterin Pirker: „Wir sind alle in Schockstarre”

„Wir sind alle in Schockstarre. Momentan ist die Anteilnahme riesengroß”, schilderte Vizebürgermeisterin Alexandra Pirker die Stimmung in der Gemeinde gegenüber der Kleinen Zeitung. Über ein mögliches Motiv wollte sich Pirker aus Rücksicht auf die betroffene Familie nicht äußern.

Auch eine Ortsbewohnerin zeigte sich tief erschüttert: „Mir tut diese Familie so wahnsinnig leid.” Die Familie sei nie ungut aufgefallen, betonte Pirker — „im Gegenteil”.

Motiv weiter unbekannt — Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen

Über den Hintergrund der Tat ist 24 Stunden nach dem Tod des Mädchens noch nichts bekannt. Das Landeskriminalamt Steiermark hat die Untersuchungen übernommen. Der 37-Jährige befindet sich in Haft; die Obduktion des Kindes soll Aufschluss über das genaue Ausmaß der Verletzungen geben.

Warum ein Vater, der noch kurz zuvor seinen Geburtstag feierte und mit seiner Familie auf einem Fest tanzte, in der Nacht auf den 18. August 2026 zur mutmaßlichen Tatwaffe griff, ist die Frage, die Ermittler und Kumberg gleichermaßen beschäftigt.

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