Es war eine kurze, aber präzise digitale Spur: Ein teures Fahrrad verschwindet in Wiens erstem Bezirk, doch sein Besitzer weiß dank eines eingebauten GPS-Trackers in Echtzeit, wohin es gebracht wird. Die Signale führten zunächst nach Parndorf, dann weiter Richtung Autobahn A6 — tief ins Burgenland hinein.
Polizeistreifen im Bezirk Neusiedl am See wurden sofort alarmiert. Wenig später stand in Kittsee ein Auto, drei Männer darin, das gestohlene Luxus-Fahrrad unter einer Decke versteckt im Kofferraum. Doch das entpuppte sich bald als nur ein Teil eines größeren Bildes.
Das gestohlene Fahrrad: 15.000 Euro, erster Bezirk, eine Spur ins Burgenland
Das Rad im Wert von rund 15.000 Euro wurde laut Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland in der Vorwoche im ersten Wiener Gemeindebezirk entwendet. Wie genau es den Dieben gelang, das hochwertige Fahrrad zu sichern, ist Teil der laufenden Ermittlungen — vermutlich spielte dabei ein sichergestellter Akku-Winkelschleifer eine Rolle, der im Fahrzeug der Verdächtigen gefunden wurde.
Der Besitzer hatte vorgesorgt. Sein Rad war mit einem GPS-Tracker ausgestattet, der nach dem Diebstahl sofort Ortungsdaten lieferte. Die Route führte über Parndorf und die A6 bis nach Kittsee, unmittelbar an der slowakischen Grenze.
Drei Festnahmen in Kittsee: Wer saß im Auto?
Bei den drei Männern im Fahrzeug handelt es sich um zwei slowakische Staatsbürger im Alter von 47 und 49 Jahren sowie einen 24-jährigen Ukrainer. Alle drei wurden von Beamten der Polizeiinspektion Kittsee vorläufig festgenommen.
Im Wagen entdeckten die Polizisten das gestohlene Fahrrad, sorgfältig unter einer Decke verborgen. Doch die Ermittlungen förderten noch mehr zutage.
Gestohlenes Auto, Winkelschleifer: Der Fund entpuppte sich als Treffer
Das Fahrzeug, in dem die drei Tatverdächtigen saßen, war selbst gestohlen. Damit stehen die Männer nun unter doppeltem Verdacht — Fahrraddiebstahl und Kfz-Diebstahl. Zusätzlich fanden die Beamten den Akku-Winkelschleifer, ein Gerät, das bei Fahrraddiebstählen häufig zum Durchtrennen von Schlössern eingesetzt wird.
Die wichtigsten Sicherstellungen im Überblick:
- Luxus-Fahrrad im Wert von rund 15.000 Euro, unter einer Decke versteckt
- Gestohlenes Kraftfahrzeug, mit dem die Verdächtigen unterwegs waren
- Akku-Winkelschleifer als mutmaßliches Einbruchswerkzeug
GPS-Tracker als entscheidendes Ermittlungsinstrument
Ohne den Tracker wäre das Fahrrad wohl über die nahe Grenze verschwunden. Kittsee liegt nur wenige Kilometer von der Slowakei entfernt — ein Detail, das die Eile der Polizeiaktion erklärt. Die Beamten hatten nach der Meldung des Besitzers kaum Zeit zu verlieren.
Für die Landespolizeidirektion Burgenland ist der Fall ein Musterbeispiel dafür, wie private Ortungstechnik polizeiliche Arbeit beschleunigen kann. Wie schnell und zuverlässig die Koordination zwischen Wiens Stadtpolizei und burgenländischen Streifen in diesem Fall funktionierte, dürfte auch für künftige grenznahe Fälle Signalwirkung haben.
Was mit den drei Verdächtigen nun passiert
Der 49-jährige Slowake wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Die beiden anderen Männer — der 47-jährige Slowake und der 24-jährige Ukrainer — wurden auf freiem Fuß angezeigt. Das gestohlene Fahrrad wurde dem Eigentümer bereits zurückgegeben.
Die Ermittlungen rund um das gestohlene Auto sind nach Auskunft der Landespolizeidirektion Burgenland noch nicht abgeschlossen — ob weitere Personen in den Fall verwickelt sind, bleibt vorerst offen.



