Anfang September war es vorbei. Stefan Mross, seit 21 Jahren das Gesicht von „Immer wieder sonntags“, moderierte zum letzten Mal durch das Sendezentrum in Rust am Bodensee — ein Abschied, der Millionen Schlager-Fans vor den Bildschirmen bewegte. Ab 2027 wird das ARD-Format, das seit mehr als drei Jahrzehnten sonntägliche Unterhaltung geliefert hat, nicht mehr im Ersten zu sehen sein. Der SWR begründete die Einstellung mit finanziellen und strategischen Überlegungen.
Doch nicht jeder in der Branche nimmt dieses Ende einfach hin. Ramon Roselly, 32 Jahre alt, DSDS-Sieger und einer der bekanntesten Schlager-Nachwuchsstars des deutschsprachigen Raums, hat sich gemeldet — und macht dabei ein Angebot, das für Aufsehen sorgt.
„Immer wieder sonntags“: Warum das TV-Aus nach 30 Jahren die Schlager-Welt trifft
Das Format war mehr als eine Sendung. Jeder Sonntag, mehr als drei Jahrzehnte lang, bedeutete für ein treues Millionenpublikum Musik, Nostalgie und eine verlässliche Konstante im Fernsehprogramm. Stefan Mross, 50, prägte die letzten 21 davon mit einer Leichtigkeit, die, wie Roselly es selbst formuliert, pure Erfahrungssache ist. Sein Abgang markiert nicht nur das Ende einer Moderationsära, sondern wirft die Frage auf, ob das Schlager-Genre im öffentlich-rechtlichen Fernsehen überhaupt noch eine Zukunft hat.
Giovanni Zarrella hatte bereits zuvor öffentlich gewarnt: Im Schlager müsse man kämpfen, um die Präsenz im TV zu halten. Diese Stimmung ist nun der Hintergrund, vor dem Rosellys Aussagen zu lesen sind.
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Rosellys klare Bedingung: Stefan Mross soll bleiben, wenn das Format weitergeht
Gegenüber dem Fachportal „Schlager.de“ äußerte sich Roselly unmissverständlich. „Das macht mich traurig. Ich hoffe, dass sich da noch irgendwas ändert“, sagte der 32-Jährige. Und falls die Sendung tatsächlich gerettet werden sollte, hat er eine klare Vorstellung davon, wer am Mikrofon stehen müsste: Stefan Mross — und niemand sonst.
„Wenn es weitergehen sollte, dann nur mit Stefan — ‚Immer wieder sonntags‘ ist Stefan Mross!“, stellte Roselly klar. Diese Aussage ist bemerkenswert, weil sie zugleich eine Aussage über Rosellys eigene Rolle enthält: Er versteht sich nicht als Ersatz, sondern allenfalls als Notlösung.
„Bevor es ganz aufhört“: Roselly würde als Moderator einspringen
Doch dann kommt das eigentliche Angebot. Sollte eine Fortsetzung mit Mross aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, wäre Roselly bereit, selbst vor die Kamera zu treten. „Aber bevor so etwas ganz aufhört, das wäre schade drum, würde ich es machen“, sagte er. Ein Satz, der ebenso als Solidaritätsgeste wie als ernsthafte Bewerbung gelesen werden kann.
Fremd wäre ihm ein Moderationsjob nicht. Roselly stand bereits mehrfach für TV-Auftritte vor der Kamera und kann sich grundsätzlich eine eigene Show vorstellen — allerdings mit einer deutlichen Einschränkung: „Es muss aber was Gutes sein. Es muss passend sein. Das muss sitzen.“
„Moderieren kriege ich hin“ — aber Mross bleibt unerreicht
Dass er Stefan Mross einfach ersetzen könnte, bestreitet Roselly ausdrücklich. „Moderieren kriege ich hin. Aber ob ich es so wie zum Beispiel Stefan hinkriegen würde, das weiß ich nicht“, gab er offen zu. Was ihn an Mross besonders beeindruckt, ist dessen souveräner Umgang mit dem Unvorhergesehenen im Live-Betrieb.
„Der ist ein Vollprofi. Die können ja spontan auf jede Situation reagieren. Das ist Erfahrungssache“, sagte Roselly. Eine Einschätzung, die auch zeigt, wie viel Respekt der 32-Jährige dem 50-jährigen Mross gegenüber aufbringt — trotz des eigenen Angebots.
Ob „Immer wieder sonntags“ außerhalb der ARD weiterlebt, ist offen
Konkrete Pläne für eine Fortsetzung des Formats außerhalb des Ersten gibt es derzeit nicht. Ob ein privater Sender oder eine Streaming-Plattform das Konzept aufgreifen könnte, ist Spekulation. Der SWR als produzierender Sender hat die Absetzung mit strategischen und finanziellen Überlegungen begründet — eine Formulierung, die wenig Spielraum für Kehrtwenden lässt.
Ramon Roselly hat mit seinen Äußerungen die Debatte jedenfalls neu befeuert — und die Frage, ob das Schlager-Flaggschiff des deutschen Sonntags wirklich für immer versenkt ist, bleibt damit vorerst unbeantwortet.
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