Es war ein Montagabend, irgendwo über dem Atlantik, als 26 Satelliten lautlos aus dem Bauch einer Rakete glitten und begannen, ihre Solarpaneele zu entfalten. Unten auf der Erde, am Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Texas, war zu diesem Zeitpunkt bereits Stunden vergangen, seit das größte je gebaute Raketensystem vom Boden abgehoben hatte.
Was an diesem 29. September 2026 geschah, ist mehr als ein weiterer Eintrag in der langen Liste von SpaceX-Meilensteinen: Das Starship erreichte beim 14. Testflug erstmals die Erdumlaufbahn. Damit ist eine Hürde genommen, an der die Rakete seit Jahren scheiterte — und die Frage, was als Nächstes kommt, ist so offen wie der Orbit selbst.
Der 14. Versuch bringt den ersten Orbit — was diesmal anders war
Dreizehn Testflüge, manche enden in Explosionen, manche kommen dem Ziel näher, aber keiner erreichte ihn wirklich: den Erdorbit. Beim 14. Anlauf gelang es. Das Starship hob am Montag vom texanischen Weltraumbahnhof ab und absolvierte eine zehnstündige Mission, die alle vorherigen Versuche in den Schatten stellt.
Zum ersten Mal wurden während eines Starship-Fluges Nutzlasten im Orbit ausgesetzt — und zwar keine Testsatelliten, sondern echte Hardware: 26 Starlink-V3-Satelliten, die neueste Generation des kommerziellen Internetkonstellation von SpaceX. Nach Angaben des Technologieportals heise online klappten die Antennen planmäßig aus, die Solarpaneele entfalteten sich, und die Satelliten stellten Verbindungen zur Erde sowie zu anderen Starlink-Satelliten her.
Starship ist größer als die Freiheitsstatue — so ist die Rakete aufgebaut
Wer die schiere Dimension des Starship-Systems begreift, versteht, warum dieser Erfolg so schwer zu erringen war. Das Gesamtsystem misst mehr als 120 Meter — damit überragt es die Freiheitsstatue in New York, die inklusive Sockel auf rund 93 Meter kommt.
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Das System besteht aus zwei Teilen:
- Super Heavy: der Booster der ersten Stufe, rund 70 Meter lang, mit Dutzenden Raptor-Triebwerken
- Starship-Oberstufe: das eigentliche Raumschiff, etwa 50 Meter groß, das Nutzlasten in den Orbit transportiert
Beide Komponenten sind für die Wiederverwendung ausgelegt — ein zentrales Versprechen, das SpaceX von Anfang an verfolgt. Nur wenn Booster und Oberstufe nach der Rückkehr zur Erde wieder einsatzbereit sind, rechnet sich das System wirtschaftlich.
26 Starlink-Satelliten im Orbit: Was die Mission für das Weltrautnetz bedeutet
Die ausgesetzten V3-Satelliten sind technisch leistungsfähiger als ihre Vorgänger und sollen die Kapazität des globalen Starlink-Netzwerks spürbar erhöhen. Dass SpaceX die Satelliten nicht mit einer Falcon-9-Rakete, sondern mit dem Starship ins All brachte, ist ein Signal: Das Unternehmen testet die eigene Megakapazität im Regelbetrieb.
Ersten Informationen zufolge verlief das Aussetzen der Satelliten weitgehend nach Plan. Ob alle 26 Einheiten ihre Endorbits erreichen und in das bestehende Starlink-Netz integriert werden können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
NASA und der Mondflug: Warum Starships Erdumlaufbahn so viel bedeutet
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat das Starship für ihr Artemis-Programm unter Vertrag genommen. Es soll Astronauten vom Mondorbit auf die Oberfläche des Mondes bringen — eine Aufgabe, für die es den Erdorbit sicher beherrschen muss. Der Erfolg vom 29. September 2026 ist damit nicht nur ein Erfolg für SpaceX, sondern auch ein wichtiger Schritt für die NASA-Missionsplanung.
Darüber hinaus verfolgt SpaceX ein eigenes, langfristiges Ziel: den Mars. Das Starship ist als Transportmittel für interplanetare Reisen konzipiert — und jeder Testflug, der die Technik erprobt, bringt dieses Vorhaben einen messbaren Schritt näher.
Was nach dem Meilenstein vom September 2026 als Nächstes folgt
Mit dem erstmaligen Erreichen des Erdorbits öffnet sich für SpaceX ein neues Kapitel der Testprogramme. Der nächste logische Schritt ist die vollständige Wiederverwendung beider Raketenstufen unter realen Orbitbedingungen — bislang wurde der Booster beim Rückflug aufgefangen, die Oberstufe aber noch nicht in allen Konfigurationen geborgen.
Wann der erste bemannte Testflug des Starship stattfinden wird, haben weder SpaceX noch die NASA bisher offiziell bestätigt. Fest steht: Der 14. Testflug hat die Messlatte neu gesetzt — und das Programm nähert sich in einem Tempo, das selbst erfahrene Raumfahrtbeobachter in Atem hält.
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