Montagabend, kurz vor 23 Uhr, ging in Kumberg in der Steiermark ein Notruf ein. Ein Mann soll in einem Wohnhaus sein eigenes Kind mit einem Messer angegriffen haben – ein Einsatz, der Rettungskräfte und Polizeistreifen gleichzeitig auf den Plan rief. Was die Beamten bei ihrer Ankunft vorfanden, überstieg das Schlimmste, was sich die Disponenten in der Leitstelle vorgestellt haben dürften.
Das attackierte Mädchen war acht Jahre alt. Es wurde noch am Tatort notärztlich versorgt und anschließend mit schweren Verletzungen in das LKH Graz gebracht. Die Ärzte dort konnten sein Leben nicht mehr retten. Was genau in diesem Wohnhaus geschah und welches Motiv dahintersteckt, ist bislang Gegenstand laufender Ermittlungen.
Der Einsatz in Kumberg: Was am Montagabend passierte
Der Notruf erreichte die Einsatzkräfte gegen 22.45 Uhr. Laut der Meldung griff ein Mann zu diesem Zeitpunkt aktiv seine Tochter an. Mehrere Polizeistreifen wurden sofort zu dem Wohnhaus in Kumberg entsandt, gleichzeitig rückte ein Notarztteam aus.
Im Badezimmer des Hauses fanden die eintreffenden Beamten den 37-jährigen Tatverdächtigen. Er wies selbst Schnittverletzungen auf. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte er offenbar versucht, sich das Leben zu nehmen, nachdem er seiner Tochter mehrere Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt haben soll.
Das 8-jährige Mädchen erlag seinen Verletzungen im LKH Graz
Der Notarzt behandelte das Kind noch vor Ort, bevor es in die steirische Landeshauptstadt transportiert wurde. Im LKH Graz kämpften die Ärzte um das Leben der Achtjährigen – kurz nach der Einlieferung erlag das Mädchen seinen schweren Verletzungen.
Auch der 37-Jährige wurde medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Unmittelbar nach seiner Behandlung nahmen die Beamten ihn fest. Er wurde in das Polizeianhaltezentrum eingeliefert, wo er sich seither in Gewahrsam befindet.
Was die Polizei bisher enthüllte – und was noch offen bleibt
Die Landespolizeidirektion Steiermark bestätigte die Grundzüge des Tatgeschehens. Das Landeskriminalamt Steiermark hat die Ermittlungen übernommen und untersucht nun, was sich in dem Wohnhaus in Kumberg im Detail abgespielt hat. Zu den näheren Hintergründen der Tat lagen laut Angaben der Behörde zunächst keine weiteren Informationen vor.
Folgende gesicherte Fakten hat die Polizei bislang bekanntgegeben:
- Tatzeit: Montagabend, gegen 22.45 Uhr
- Tatort: Wohnhaus in Kumberg, Steiermark
- Opfer: 8-jähriges Mädchen, Tochter des Tatverdächtigen
- Tatverdächtiger: 37-jähriger Mann, festgenommen nach medizinischer Versorgung
- Todesursache: Mehrere Schnitt- und Stichverletzungen, Tod im LKH Graz
- Tatwaffe: Messer
Motiv unklar: Landeskriminalamt Steiermark ermittelt
Warum der 37-Jährige seine eigene Tochter mit einem Messer attackiert haben soll, ist derzeit vollkommen ungeklärt. Das Landeskriminalamt Steiermark führt die Ermittlungen und wertet alle verfügbaren Spuren aus dem Wohnhaus aus. Angaben zu einem möglichen Tatmotiv wurden von der Behörde bislang ausdrücklich nicht gemacht.
Fest steht, dass der Tatverdächtige nach der Tat offenbar selbst Hand an sich gelegt hat. Ob familiäre Konflikte, psychische Ausnahmesituationen oder andere Faktoren eine Rolle spielten, wird Gegenstand der weiteren Befragungen und Gutachten sein.
Hilfsangebote für Betroffene von Gewalt in Österreich
Dieser Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf das Thema innerfamiliärer Gewalt. In Österreich stehen rund um die Uhr kostenlose Anlaufstellen zur Verfügung. Die Frauenhelpline ist unter 0800 222 555 erreichbar, der Männernotruf unter 0800 246 247. Kinder und Jugendliche in Not können sich jederzeit an Rat auf Draht unter der Nummer 147 wenden, der Polizei-Notruf lautet 133.
Die Autonomen Frauenhäuser sind unter 01 / 544 08 20 erreichbar. Diese Einrichtungen bieten sowohl unmittelbare Krisenintervention als auch langfristige Beratung und Schutzunterkünfte an.
Ob und wann die Staatsanwaltschaft Graz Anklage erhebt, hängt vom Abschluss der kriminalpolizeilichen Erhebungen ab – ein Zeitraum dafür wurde vom Landeskriminalamt Steiermark noch nicht genannt.



