Tief Raphaela, Freitag 29. August: Unwetter mit Hagel und Sturmböen für Wien und ganz Österreich

Donnerstagabend zeigten die Webcams aus Vorarlberg bereits ein unverkennbares Bild: ein gelblich-trüber Schleier über den Alpengipfeln, Saharastaub, der sich weit in den Westen Österreichs vorgearbeitet hatte. Wer am Freitagmorgen, dem 29. August 2026, nach draußen trat, erlebte dasselbe im Osten des Landes — eine diesige, drückend warme Luft, die kaum an einen normalen Spätsommertag erinnerte.

Hinter dieser Kulisse aus Wüstensand und Hitze baut sich etwas auf, das die Meteorologen mit ungewöhnlicher Deutlichkeit beschreiben. Tief Raphaela zieht über die Nordsee, seine Kaltfront rollt von Westen her auf Österreich zu — und sie bringt mehr als nur ein paar Schauer mit sich.

Saharastaub und 35 Grad: Österreich am Rand einer Hitzeblase

Die Ursache für die ungewöhnliche Wetterlage liegt weit im Süden. Über Süditalien hat sich eine ausgedehnte Hitzeblase festgesetzt, die Temperaturen dort bis auf 45 Grad treibt. Österreich liegt an deren nördlichem Rand — weit genug entfernt für etwas Abstand, aber nah genug, um die Auswirkungen deutlich zu spüren.

„Dort werden es bis zu 45 Grad, bei uns bis zu 35. Eine Abkühlung auf ‚normale’ Temperaturen für Anfang September — rund 22 Grad — ist weit und breit nicht in Sicht”, schrieb ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber in seiner Lageeinschätzung. Sein Fazit: „Der Sommer 2026 hat noch nicht fertig.”

Tief Raphaela bringt Unwetter: Hagel und Sturmböen ab Freitagmittag

Schöner Schein am Freitagvormittag, gefährlicher Ernst am Nachmittag. Zunächst scheint bei ausgedehnten Schleierwolken noch häufig die Sonne — außer in Vorarlberg und am Alpenhauptkamm, wo von der Früh weg dichte Wolken mit Regenschauern und Gewittern durchziehen.

„Damit stehen für den Westen und Norden nochmals kräftige Gewitter an”, warnte Marcus Rubel, Meteorologe beim Unwetterzentrum UBIMET, in seinem Warnlagebericht vom Donnerstagnachmittag. Im Tagesverlauf breiten sich die Gewitterzellen unter deutlicher Verstärkung aus. Lediglich von Unterkärnten bis ins Weinviertel bleibt es bis zum Abend noch weitgehend trocken.

ORF-Wettermann Oberhuber ergänzt konkret: „Stellenweise ist größerer Hagel dabei und auch gefährliche Sturmböen können auftreten.” Ö3-Meteorologe Sigi Fink formulierte es auf Facebook noch knapper: „Dann kommt ein wenig Erholung, aber mit Wumms — mit Unwettergefahr am Freitag.”

UBIMET-Prognose im Detail: Was Freitag, Samstag und Sonntag bringt

Freitag, 29. August

Temperaturen von 25 bis 35 Grad von West nach Ost. In den Nordalpen zunächst starker Südföhn, mit Einsetzen der Gewitter frischer stürmischer Westwind. Die Gewittergefahr betrifft vor allem den Westen und Norden des Landes, breitet sich aber im Tagesverlauf aus.

Samstag, 30. August

Der Samstag startet bewölkt und verbreitet nass, im Süden noch vereinzelt gewittrig. Im Tagesverlauf trocknet es rasch ab, es stellt sich ein Sonne-Wolken-Mix ein — nur im Süden und Südosten bleibt es unbeständig. Im Donauraum weht der Wind zunächst lebhaft aus West bis Nordwest. Höchstwerte: 21 bis 29 Grad.

Sonntag, 31. August

Sonne und Wolken wechseln sich ab. Anfangs zieht im Osten noch vereinzelt ein Schauer durch, im Bergland steigt die Schauerneigung leicht an. Vom Tiroler Oberland bis ins Weinviertel fällt zu Beginn regional Regen, auch gewittrig durchsetzt, der sich im Laufe des Vormittages nach Osten verzieht. Temperaturen zwischen 22 und 32 Grad.

Welche Regionen am stärksten betroffen sind

Die Unwettergefahr konzentriert sich auf den Westen und Norden Österreichs. Für Freitag gilt laut UBIMET-Warnlagebericht besondere Aufmerksamkeit für folgende Bundesländer:

  • Vorarlberg und Tirol: Gewitter bereits ab den frühen Morgenstunden, hohe Hagel- und Sturmböengefahr
  • Salzburg und Oberösterreich: rasche Ausbreitung der Gewitterzellen am Nachmittag
  • Wien, Niederösterreich, Burgenland: bis zum Abend weitgehend trocken, danach zunehmend unbeständig
  • Kärnten (Süden): Gewittergefahr besteht, bleibt aber bis zum Abend am längsten trocken

Hinter der Kaltfront: Was das Wochenende danach bringt

Mit dem Durchzug von Tief Raphaelas Kaltfront stellt sich hinter der Störung eine westliche Höhenströmung ein. Das bedeutet: leicht unbeständig, aber ohne die extremen Temperaturspitzen der vergangenen Tage. Der Saharastaub verliert an Einfluss, die Luft wird klarer.

Die Frage, wann die Hitzewelle endgültig abbricht und sich jene „normalen” Anfang-September-Temperaturen um 22 Grad einstellen, lässt die UBIMET-Prognose vorerst offen — im weiteren Wochenverlauf ab dem 1. September werde sich zeigen, ob die westliche Strömung Bestand hat.

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