Simon Freund, TSV Hartberg: Wie der Sohn des Bayern-Sportdirektors seinen Profivertrag holte

Hartberg, 18. August 2026. Markus Schopp lud den jungen Mittelfeldspieler zum Probetraining ein — ohne Garantien, ohne Versprechen. Was danach geschah, dürfte selbst hartgesottene Transferbeobachter überrascht haben: Simon Freund, 21 Jahre alt, bis vor wenigen Wochen noch in der Regionalliga aktiv, unterschrieb beim TSV Hartberg einen Zweijahresvertrag in der österreichischen Fußball-Bundesliga.

Sein Vater ist Christoph Freund, Sportdirektor des FC Bayern München und ehemaliger Sportchef von Red Bull Salzburg — ein Name, der im mitteleuropäischen Fußball schwer Gewicht hat. Ob und wie sehr dieser Name den Weg des Sohnes geebnet hat, ist die Frage, die sich seit der Vertragsunterzeichnung stellt.

Simon Freund: Vom SV Seekirchen direkt in die Bundesliga

Zuletzt war Simon Freund für den SV Seekirchen in der Regionalliga im Einsatz — vier Spielklassen unter der Bundesliga. Der Sprung in den Profifußball ist für einen 21-Jährigen in dieser Ausgangslage alles andere als selbstverständlich. Hartberg-Trainer Markus Schopp erkannte offenbar Potenzial und lud den Mittelfeldspieler zu einem Probetraining ein. Freund nutzte die Chance.

Die Unterschrift ist nun fix: Zwei Jahre Vertrag beim aktuellen Tabellenletzten der Bundesliga. Für einen Spieler, der sein Handwerk in der viertklassigen Regionalliga verfeinert hat, bedeutet das einen Karrieresprung, der selten so direkt gelingt.

Der Zweijahresvertrag und Hartbergs sportliche Lage

TSV Hartberg steht zum Zeitpunkt der Verpflichtung am Ende der Bundesliga-Tabelle. Das ist keine komfortable Ausgangslage für einen jungen Spieler, der sich erstmals im österreichischen Profifußball beweisen will — aber es ist auch eine Chance. Klubs in der Abstiegszone suchen nach frischem Schwung und sind bereit, auf unkonventionelle Lösungen zu setzen.

Ein Zweijahresvertrag gibt Simon Freund Zeit. Er muss sich nicht sofort aufdrängen, aber er muss liefern — sonst bleibt es beim Kontrakt auf dem Papier.

Christoph Freund: „Ein wunderschöner Tag” — und die Frage nach seiner Rolle

Für Christoph Freund ist der Moment sichtlich emotional. „Ein wunderschöner Tag, ich freue mich, dass doch noch eine Tür in den Profifußball aufgegangen ist”, sagte der Bayern-Sportdirektor der Kronen Zeitung. Ganz unbeteiligt war der 49-Jährige am Transfer offenbar nicht.

Laut Simon Freund hatte sein Vater „seine Finger im Spiel und hat sich um einen Vertrag bemüht.” Eine offene Aussage, die zeigt: Netzwerke funktionieren im Fußball — auch familienintern. Ob das dem Sohn nützt oder schadet, wird der Platz entscheiden.

Probetraining als Türöffner: Wie der Wechsel zustande kam

Der Ablauf des Transfers folgte einem klassischen Muster: Trainer Schopp sichtete den Spieler, lud ihn zum Probetraining nach Hartberg ein, und Simon Freund überzeugte. Dass ein Bundesligist einem Regionalliga-Spieler diese Chance gibt, ist nicht die Regel — aber auch kein Einzelfall, wenn die sportlichen Argumente stimmen.

Entscheidend war offenbar die Leistung auf dem Trainingsplatz selbst. Schopp, der als akribischer Taktiker gilt, hätte kaum einen Vertrag über zwei Jahre angeboten, wenn das Probetraining nicht überzeugend ausgefallen wäre.

Was Simon Freund in Hartberg erwartet

Der TSV Hartberg ist für österreichische Verhältnisse ein Klub mit überschaubaren Ressourcen, aber einer klaren Philosophie: junge Spieler entwickeln, Bundesliga-Niveau einfordern. Für Simon Freund ist die Steiermark nun die Bühne, auf der er zeigen muss, ob der Familienname Freund auch auf dem Spielfeld trägt.

Mit 21 Jahren, einem Zweijahresvertrag und dem öffentlichen Rückhalt seines Vaters beginnt sein Abenteuer Profifußball — unter den Augen einer Öffentlichkeit, die genau hinschauen wird, ob da Talent ist oder nur ein bekannter Name.

Ob Simon Freund Hartberg in dieser Saison vor dem Abstieg bewahren hilft oder ob er selbst Zeit braucht, um im Profifußball anzukommen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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